Zur Startseite

Ortsgruppen

Natur vor der Haustür

Biotope auf Kraillinger Gemeindegebiet

Was versteht man unter "Biotop"?

Biotop = (griechisch: bios = Leben, topos = Ort)
Ein Biotop bezeichnet den abgrenzbaren Lebensraum einer Gemeinschaft von Organismen unterschiedlicher Arten. Das Biotop wird nicht nur durch die dort vorkommenden Lebewesen (Tiere, Pflanzen) geprägt, sondern auch von Faktoren wie Temperatur, Bodenbeschaffenheit, Lichteinstrahlung, Wasserversorgung. Biotope können natürlich entstanden sein (z. B. Bachläufe, Bergwälder, Wattlandschaften, Flussauen, Wüsten) oder von Menschen erschaffen sein (z. B. Streuobstwiesen, Stadtlandschaften, Almwiesen).

Mehr zum Thema Biotope, Biodiversität und Artenschwund.
 


Sanatoriumswiese

  • Wo:
    Der nördliche Teil wird begrenzt durch Pentenrieder Straße, Fischerfeldstraße und Sonnenweg; der südliche Teil von Pentenrieder Straße und Hubertusstraße.
  • Charakteristik:
    Als Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs diente die Sanatoriumswiese über viele Jahre als Acker bzw. Kuhweide. Seit dem Ende der landwirtschaftlichen Nutzung Mitte der 1990er-Jahre (Verpachtung an die Gemeinde Krailling als gemeindliches Naherholungsgebiet) haben sich durch Verzicht auf Düngung und Pestizideinsatz seither artenreiche magere Flachland-Mähwiesen, auf der nördlichen Seite auch ein eingelagerter Kalkmagerrasen gebildet. Beide Lebensraumtypen sind gesetzlich geschützt.
  • Besonderheiten:
    Wiesen-Salbei, Acker-Witwenblume, Wiesen-Bocksbart, Karthäuser-Nelke, Wiesen-Habichtskraut, Wiesen-Glockenblume.
  • Status:
    Die Sanatoriumswiese befindet sich im Eigentum der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul. Seit Mitte der 1990er-Jahre hat die Gemeinde Krailling die Fläche als Erholungsraum für die Kraillinger Bevölkerung gepachtet. Geschützt als Landschaftsschutzgebiet. Gesetzlich geschütztes Biotop "Magere Flachland-Mähwiese" bzw. “Kalkmagerrasen”.
  • Pflegemaßnahmen:
    Überwiegend zweischürige Mahd unter Bewahrung von Insektenschutzstreifen; diese Altgrassstreifen werden dann während der ersten Mahd im Folgejahr bearbeitet.
  • Zusätzliche Informationen:
    - Informationen über die unsachgemäße, schädigende Mahd der Sanatoriumswiese in 2025 
    - Webseite mit mehr Informationen über die Sanatoriumswiese (in Kürze)
    - Faltblatt des Bayer. Umweltministeriums über Bedeutung und Wert von artenreichen Wiesen
    - Informationen des BUND Naturschutz über artenreiche Wiesen

Ehemaliges Pionierübungsgelände

  • Wo:
    Westlich und nordwestlich an das Kraillinger Gewerbegebiet KIM anschließend
  • Charakteristik:
    Die Nutzungsgeschichte des Pioniergeländes reicht zurück bis ins Mittelalter; lange diente es als Hutewald (Waldweide), später als Fichten-Wirtschaftswald. Von 1936 bis in die 1990er-Jahre wurde es als Pionierkaserne mit angeschlossenem Übungsgelände genutzt. Vor allem die militärischen Planungen und Manöver schufen über die Jahre ein Mosaik aus Wald, Trocken- und Magerrasen, Gehölzinseln, Gruben und Tümpeln.
  • Besonderheiten:
    Pflanzen wie z.B. Kreuz-Enzian, Fransenenzian, Regensburger Zwergginster und Rotbraune Stendelwurz 
    Tiere wie z.B. Schlingnatter, Wechselkröte und Blauflügelige Ödlandschrecke
  • Status:
    Gut ein Viertel der 80 ha großen Fläche gehört der Gemeinde Krailling, der Rest ist im Besitz des Bundesforstes bzw. in Privathand. Als Teil des Kreuzlinger Forsts gilt das Prioniergelände als Landschaftsschutzgebiet und Bannwald.
  • Pflegemaßnahmen:
    - Anlage und Pflege von Reptilien- und Amphibienhabitaten (Gehölz-/Steinhaufen, Teich)
    - Regelmäßige Mahd per Balkenmäher auf wechselnden Flächen, manuelles Abrechen und Entfernen des Mähguts
    - Entbuschung der Wiesenflächen
    - das Pioniergelände wird vom LBV Starnberg betreut und gepflegt
  • Zusätzliche Informationen:
    - Detaillierte Charakteristik des Pioniergeländes auf der Website des LBV
    - Vogelwelt des Pioniergeländes auf der Website des LBV
    - Geschichte des Pioniergeländes und Gefahren

Osthang

  • Wo:
    Südwestlich an den Kraillinger Parkfriedhof angrenzend und parallel zur Brahmsstraße bis zur Fleckhamerstraße; dort Fortsetzung auf Stockdorfer Gebiet.
  • Charakteristik:
    Der Osthang wurde durch die Späteiszeit geformt, als sich die damals mächtige Würm tief in den Untergrund eingrub und steile Seitenhänge bildete. Dort halten sich Humusauflage und Nährstoffe nur schlecht; es entstanden artenreiche Mager- bzw. Halbtrockenrasen, die auch für Insekten überaus wertvoll sind.
  • Besonderheiten:
    Wiesenschlüsselblumen, Nordisches Labkraut, Kleines Mädesüß, Silberdistel, Brillenschötchen, Gekielter Lauch, Ästige Graslilie, Wundklee, Gewöhnliches Sonnenröschen
  • Status:
    Naturdenkmal (südliche Teile)
  • Pflegemaßnahmen:
    Schonende Mahd per Balkenmäher durch von der Gemeinde Krailling bestellte Landschaftspfleger

 


Weitere wichtige Kraillinger Biotope

  • Die Wiese am nördlichen Ende des Sperberwegs
  • Die Würm und ihre Auen
  • Das Franziskuswäldchen
  • Der Kraillinger Naherholungswald (u.a. der geschützte Landschaftsbestandteil Eichen-Hainbuchenwald)

Es gibt noch weitere, kleinere Biotope auf Kraillinger Flur.

__________

Seit mehr als 100 Jahren setzt sich der BUND Naturschutz (BN) für die biologische Vielfalt in Bayern ein. Seine Hauptaufgabe ist, die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen und die Biodiversität im Ganzen vor weiterer Zerstörung zu bewahren und wiederherzustellen. Die BN Ortsgruppe Krailling arbeitet in enger Zusammenarbeit mit der BN Kreisgruppe Starnberg dafür, die Kraillinger Biotope und Lebensräume - Wälder und wertvolle Offenlandflächen - mit all ihren Tieren und Pflanzen zu schützen und zu erhalten, zum Wohle von Mensch und Natur.