BN-Ausstellung »Artenreiche Wiesen und Weiden - Paradiese vor unserer Tür«
Ortsgruppe Krailling
10.05.2026 10:00 - 05.07.2026 20:00
KRAILLING: im Foyer des Caritas Altenheims Maria Eich, Rudolf-von-Hirsch-Str. 27
Die Ortsgruppen Krailling und Würmtal-Nord des BUND Naturschutz (BN) laden gemeinsam zur Ausstellung „Artenreiche Wiesen und Weiden – Paradiese vor unserer Tür“ ein. Ab Muttertag und noch bis zum 5. Juli sind 11 Roll-Ups mit vielen Fotos und interessanten Texten im Caritas Altenheim Maria Eich zu sehen (Rudolf-von-Hirsch-Str. 27, Krailling). Täglich von 8 bis 20 Uhr, Eintritt frei.
Blühwiesen wie z.B. die Sanatoriumswiese sind viel mehr als nur schöne Erholungsorte für uns Menschen bei Spaziergängen, Jogging- und Gassirunden. Die Ausstellung erläutert die Bedeutung und Besonderheiten dieser wertvollen Biotope aus Menschenhand.
Blühwiesen sind viel mehr als nur wunderschöne Erholungsorte für uns Menschen. Die Ausstellung erläutert die Bedeutung und Besonderheiten dieser wertvollen Biotope aus Menschenhand. Artenreiche Wiesen und Weiden sind inzwischen selten und bedroht und es muss mehr für ihren Schutz getan werden. Durch ihren Blütenreichtum sind sie ideale Lebensräume für jede Menge Insekten wie Schmetterlinge, Bienen, Wildbienen und Hummeln, sowie für viele andere Tierarten wie Feldhasen, Vögel und Fledermäuse.
Allein in Bayern gingen seit den 1970er Jahren 500.000 Hektar Grünland verloren – durch Siedlungs- und Verkehrswegebau, durch Umwandlung in Ackerland und durch Intensivierung. Fast zwei Drittel des Grünlandes in Bayern sind heute nach Schätzung des BN viermal und öfter geschnittene Vielschnittwiesen und Intensivweiden. Besonders im Voralpenland sind viele Blühwiesen verschwunden, weil sie in derartiges stark gedüngtes, häufig geschnittenes „Grasacker“-Grünland für das Milchvieh umgewandelt wurden. Dies vertragen die meisten typischen Wiesenkräuter nicht und werden ebenfalls immer seltener.
In der 2024 aktualisierten Roten Liste Bayern der Farn- und Blütenpflanzen ist der Wiesen-Glockenblume (Campanula patula) im Kapitel „Beispiele für Verschlechterungen“ ein ganzer Abschnitt gewidmet. Darin heißt es unter anderem: „Campanula patula ist ein Beispiel für eine Art, die wegen anhaltend starker Verluste in die Vorwarnliste aufgenommen werden musste. Sie spiegelt das Schicksal etlicher Vertreter des zwei- (bis maximal drei-)schürigen Grünlands wider. Besonders drastisch erscheint die Lage im Grünlandgürtel des Alpenvorlands. Hier belaufen sich die Verluste nach Kartiererfahrungen auf teilweise über 90 % … . In dieser Region ist die Wiesen-Glockenblume, wie viele andere Wiesenarten, aus der Fläche nahezu vollständig verschwunden, … . Im Alpenvorland … wäre sogar eine Gefährdung nach Kategorie 3 anzusetzen."
Umso kostbarer sind die noch vorhandenen artenreichen Wiesen und Weiden. Sie sind durch ihren Blütenreichtum echte Hotspots der Biodiversität. Dort krabbelt, summt, zirpt und brummt es – nicht nur Schmetterlinge, Bienen, Wildbienen und Hummeln tummeln sich dort, sondern auch Heuschrecken, Käfer, Wanzen, Spinnen usw. sowie Vögel, darunter Eulen und Greifvögel, Feldhasen und Fledermäuse sind auf diesen Lebensraum angewiesen. In artenreichen, zweimal im Jahr genutzten Mähwiesen wachsen bis zu 60 verschiedene Gefäßpflanzen. Flora und Fauna bilden ein Netz mit teils direkten, teils indirekten Abhängigkeiten.
Aufgrund ihrer Bedeutung für die Artenvielfalt sind magere Flachland-Mähwiesen inzwischen sowohl durch das Bundesnaturschutzgesetz (§30), das Bayerische Naturschutzgesetz (Art. 23) und das EU-Recht gesetzlich geschützt. Dies gilt in Krailling auch für die Sanatoriumswiese ?und den Osthang?.
Schon seit 2009 wird vom BUND Naturschutz (BN) gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) der Wettbewerb „Wiesenmeisterschaft“ veranstaltet, bei der die schönsten arten- und blumenreichen und zugleich landwirtschaftlich genutzten Wiesen gesucht werden – jedes Jahr in einer anderen bayerischen Region, heuer im Isar-Inn-Hügelland. Die Ausstellung wird im Anschluss anlässlich der Preisverleihung der diesjährigen Wiesenmeisterschaft gezeigt werden. 2013 gewann das Bio-Landwirt-Ehepaar Christine und Norbert Grenzebachaus Hochstadt bei Wessling den ersten Preis. Man kann gespannt sein, welcher Landwirt heuer Wiesen-Meister wird und landwirtschaftliche Nutzung mit dem Schutz der Wiesen-Biodiversität gekonnt vereint.
Mit dem Kauf von regionalen Bio-Produkten, z.B. direkt im Hofladen des Biohofs Grenzebach in Hochstadt, können Sie den Erhalt von dessen beeindruckend artenreichen Wiesen unterstützen.
Begleitend zur Ausstellung wird die BN Ortsgruppe Krailling Ende Mai und Anfang Juni zwei Führungen entlang der Sanatoriumswiese anbieten. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Weil sich immer so viel ändert, geben wir kein gedrucktes Veranstaltungsprogramm heraus.
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