Zur Startseite

Ortsgruppen

Themen & Schwerpunkte

Natur vor der Haustür

Pressemitteilung der BN Ortsgruppe Krailling vom 07.05.2026
zuzüglich dem ergänzten Abschnitt über die Wiesen-Glockenblume
 

Roll-Up Ausstellung des BUND Naturschutz

„Artenreiche Wiesen und Weiden – Paradiese vor unserer Tür"

Die Ortsgruppen Krailling und Würmtal-Nord des BUND Naturschutz (BN) laden gemeinsam zur Ausstellung „Artenreiche Wiesen und Weiden – Paradiese vor unserer Tür“ ein. Ab Muttertag und noch bis zum 5. Juli sind 11 Roll-Ups mit vielen Fotos und interessanten Texten im Caritas Altenheim Maria Eich zu sehen (Rudolf-von-Hirsch-Str. 27, Krailling). Täglich von 8 bis 20 Uhr, Eintritt frei.

Blühwiesen wie z.B. die Sanatoriumswiese sind viel mehr als nur schöne Erholungsorte für uns Menschen bei Spaziergängen, Jogging- und Gassirunden. Die Ausstellung erläutert die Bedeutung und Besonderheiten dieser wertvollen Biotope aus Menschenhand. Den meisten Personen ist gar nicht bewusst, wie selten und bedroht artenreiche Wiesen und Weiden inzwischen sind. Besonders im Voralpenland sind viele Blühwiesen verschwunden, weil sie in stark gedüngtes, häufig geschnittenes „Grasacker“-Grünland für das Milchvieh umgewandelt wurden. Dies vertragen die meisten typischen Wiesenkräuter nicht und werden ebenfalls immer seltener.

In der 2024 aktualisierten Roten Liste Bayern der Farn- und Blütenpflanzen ist der Wiesen-Glockenblume (Campanula patula) im Kapitel „Beispiele für Verschlechterungen“ ein ganzer Abschnitt gewidmet. Darin heißt es unter anderem: „Campanula patula ist ein Beispiel für eine Art, die wegen anhaltend starker Verluste in die Vorwarnliste aufgenommen werden musste. Sie spiegelt das Schicksal etlicher Vertreter des zwei- (bis maximal drei-)schürigen Grünlands wider. Besonders drastisch erscheint die Lage im Grünlandgürtel des Alpenvorlands. Hier belaufen sich die Verluste nach Kartiererfahrungen auf teilweise über 90 % … . In dieser Region ist die Wiesen-Glockenblume, wie viele andere Wiesenarten, aus der Fläche nahezu vollständig verschwunden, … . Im Alpenvorland … wäre sogar eine Gefährdung nach Kategorie 3 anzusetzen."

Umso kostbarer sind die noch vorhandenen artenreichen Wiesen und Weiden. Sie sind durch ihren Blütenreichtum echte Hotspots der Biodiversität. Dort krabbelt, summt, zirpt und brummt es – nicht nur Schmetterlinge, Bienen, Wildbienen und Hummeln tummeln sich dort, sondern auch Heuschrecken, Käfer, Wanzen, Spinnen usw. sowie Vögel, darunter Eulen und Greifvögel, Feldhasen und Fledermäuse sind auf diesen Lebensraum angewiesen. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Artenvielfalt sind magere Flachland-Mähwiesen inzwischen sowohl durch das Bundesnaturschutzgesetz (§30), das Bayerische Naturschutzgesetz (Art. 23) und das EU-Recht gesetzlich geschützt. 

Schon seit 2009 wird vom BUND Naturschutz (BN) gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) der Wettbewerb „Wiesenmeisterschaftveranstaltet, bei der die schönsten arten- und blumenreichen und zugleich landwirtschaftlich genutzten Wiesen gesucht werden – jedes Jahr in einer anderen bayerischen Region, heuer im Isar-Inn-Hügelland. Die Ausstellung wird im Anschluss anlässlich der Preisverleihung der diesjährigen Wiesenmeisterschaft gezeigt werden. 2013 gewann das Bio-Landwirt-Ehepaar Christine und Norbert Grenzebachaus Hochstadt bei Wessling den ersten Preis.Man kann gespannt sein, welcher Landwirt heuer Wiesen-Meister wird und landwirtschaftliche Nutzung mit dem Schutz der Wiesen-Biodiversität gekonnt vereint.   

Begleitend zur Ausstellung wird die BN Ortsgruppe Krailling Ende Mai und Anfang Juni zwei Führungen entlang der Sanatoriumswiese anbieten. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben. 

Ergänzte Pressemitteilung der Ortsgruppe Krailling des BUND Naturschutz vom 07.05.2026.
Ergänzt wurde der Absatz über die Wiesen-Glockenblume, der in der PM nicht enthalten war, da versucht wurde, die PM relativ kurz zu halten.