Rückblick auf 2025 auf der Mitgliederversammlung und Wahl von Michael Horvath aus Gauting zum Schatzmeister
Unser Vorsitzender Günter Schorn (4. v. l.) konnte auf ein Jahr mit vielen Aktivitäten im Naturschutz zurückblicken. Sehr erfreulich war die positive Mitgliederentwicklung. Und unsere neue Mitarbeiterin Sonja Gaja hat in ihrem ersten Jahr sehr viele Anstöße zur besseren Verankerung der Umweltbildung im Landkreis geben können.
Der Landesvorsitzende des BUND Naturschutz Martin Geilhufe (1. v. l.) hat anschließend mit sehr bewegenden Worten dargelegt, dass der BUND Naturschutz sehr viel voranbringen kann, weil er so gut in der Bevölkerung verankert ist. Schwierige Zeiten hat es immer schon gegeben und wir haben sie immer schon gemeistert.
Der Rechenschaftsbericht von Günter Schorn zur Arbeit der Kreisgruppe enthielt viele Themen:
In der Biotoppflege leisten über 90 Helfer über 800 Stunden auf ca. 26,5 ha (65 Flächen). Beim Amphibienschtuz wurden an 15 Stellen im Landkreis von ca. 100 Helfern mit über 1.100 Stunden über 11.100 Tiere gerettet. Im letzten Jahr gab es endlich einen Lichtblick für die Amphibienschutzanlage (ASA) an der Westumfahrung Weßling: der Bericht zu den Akzeptanzkontrollen wurde veröffentlicht und uns vorgestellt. Die Zahlen der Amphibienwanderungen waren, wie leider erwartet, echt niederschmetternd. Alle Arten haben massive Einbrüche zu verzeichnen. Doch die in Aussicht gestellten, und dann Ende des Jahres wirklich realisierten ersten fünf Ersatzlaichgewässer lassen hoffen, die Population wenigstens in Teilen wieder aufzubauen. Wir möchten uns ganz besonders bei Frau Hoffman von Staatl. Bauamt in Weilheim bedanken für die sehr gute Zusammenarbeit und die zielgerichtete Vorgehensweise, um die Probleme an und mit der ASA der Umfahrung Weßling zu lösen. Wir gehen davon aus, dass die vorgestellten Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation der Amphibien beitragen können.
Im Jahr 2025 haben wir im Bildungsprogramm 32 Veranstaltungen angeboten, davon viele für Familien.
Unsere Stellungnahmen sollen die Naturzerstörung und die Flächenversiegelung verhindern oder so weit wie möglich minimieren. Abgegeben wurden 18 Stellungnahmen bei 57 Anfragen – festzustellen ist ein deutlicher Rückgang von 81 Anfragen für 2019, 82 für 2020, 102 für 2021, 82 für 2022, 61 für 2023 und 66 für 2024. Hauptgebiete sind Starnberg mit 9 und die Gemeinden Weßling, Inning und Weßling mit je 6 und Berg, Gauting, Pöcking, Seefeld und Tutzing mit je 5 Stellungnahmen.
Die Umweltbildung der Kreisgruppe ist neu organisiert worden. Seit 1.4.2025 haben wir Sonja Gaja als Umweltbildungskoordinatorin in der Kreisgruppe. Gleich nach Beginn hat sich Sonja Gaja schnell bei den Ortsgruppen vorstellen können und eigene Konzepte entwickelt, z. B. mit einen Digitaltreff zur Umweltbildung, den sie online führt.
Eins der herausragenden Projekte ist die Aktion „Bäume spenden für die Stadt Starnberg“ seit November 2024. Die Pflanzungen finden immer im Frühjahr statt. Für 4.905 € im Jahr 2025 (9 Spender) wurden insgesamt 13 Bäume gepflanzt. Im Jahr 2026 stehen bisher 3.070 € von weiteren 10 Spendern zur Verfügung. Eine große Aufgabe war im Jahr 2025 die Mitgliederwerbung. Mit fünf Durchgängen haben wir wieder 4.400 Mitglieder erreicht!
Unter der Schirmherrschaft der OG Würmtal-Nord und KG Starnberg des BN, wurde herausragendes bürgerschaftliches Engagement aus den Gemeinden Gauting, Gräfelfing, Krailling, Neuried und Planegg beim Würmtaler Umweltpreis prämiert. 41 Bewerbungen waren im Jahr 2025 aus dem gesamten Würmtal eingegangen. Preisträger im Landdkreis sind: 1. Preis Erwachsene Christiane Lüst für ihr Lebenswerk. Dritter bei den Erwachsenen wurde der Fledermausnotruf für Starnberg und Gauting, bei dem sich Ellen Hacker und Richard Gebendorfer seit Jahren engagieren. Beim Nachwuchs wurde das Caritas-Kinderhaus in Krailling Dritter.
Ackerwildkräuter, ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt in der Kulturlandschaft – erfolgreicher Ackerwildkrauttag am 7.11.2025. Der Schwerpunkt lag bei den Fördermöglichkeiten für die Ackerflora.
Wie man die Ackerbeikräuter am besten fördert - sogar ansäht und vermehrt - wurde von Heidi Lehmann von der Biobauern Naturschutz GmbH erläutert und von Florian Gäck, einem Landwirt aus Beilngries, sehr anschaulich dargestellt. Zur Begeisterung für dies Thema passt der Ausspruch von Florian Gäck: „Ackerwildkräuter hört man schon von weitem, denn da summt es gewaltig. Das fällt jedem sofort auf.“
Der Dreiklang aus Arten- und Biotop-, Klima- sowie Wasserschutz war ein wichtiger Teil der Ausstellung, die zusätzlich auf die Geschichte des Torfabbaus und seine wirtschaftlichen Hintergründe einging. Als Begleitprogramm der Ausstellung "Kampberg- mehr als eine Moorsiedlung" organisierten die Ausstellungs-Kuratoren neben Museumsführungen und Exkursionen auch eine Abend-Veranstaltung in der Ev. Akademie zu "Moorwende - mehr Moor wagen" am 03.04.2025 und eine Fachtagung im Rathaus Tutzing zu "Moorboden nützen und schützen" am 20.10.2025 mit jeweils über 60 Gästen. Die BN-Ortsgruppe setzt sich darüber hinaus in der AG Moore der Initiative "Tutzing klimaneutral 2035" dafür ein, dass geeignete Moorgebiete gefunden und fachkundig wieder vernässt werden. Erfolge gibt es in zwei Moorwaldgebieten von gesamt 10 ha.
Themen, die uns zusätzlich im Jahr 2025 beschäftig haben:
- die wieder aufgenommene Planung des Großgewerbegebiets TechnologieCampus Schorn … ohne die Verkehrsanbindung, Wasser- und Abwasserprobleme und v. a. die Naturschutzthemen auch nur
annähernd zu lösen! - Nachhaltigkeitsfest in Wartaweil
- Schutz der Sanatoriumswiese in Krailling
- S-Bahnausbau Weßling bis Herrsching
- das Gewerbegebiet Jahnweg in Seefeld wurde zwar von der Gemeinde heimlich angegangen (Kauf von weiteren Grundstücken) aber wir haben die Planungen und die damit verbundenen Probleme neben dem FFH-Gebiet Aubach gemeinsam mit dem LBV aufgedeckt.
