Stellungnahme der OG Weßling zum Bebauungsplan „Feuerwehrhaus Gemeinde Weßling“

 

 

Wie schon die vorausgegangene Änderung des Flächennutzungsplanes wird auch der Bebau-ungsplan „Feuerwehrhaus Gemeinde Weßling“ vom BN abgelehnt.

 

Zur Begründung verweisen wir ausdrücklich auf die Punkte, die wir bereits in unseren Stel-lungnahmen vom 14.12.2003 und vom 02.06.2004 zur Änderung des Flächennutzungsplanes angeführt haben, insbesondere darauf, dass hier ohne vernünftigen Grund für die Errichtung eines Feuerwehrhauses ein Waldstück geopfert werden soll, obwohl in unmittelbarer Nähe in großem Umfang Gewerbeflächen ausgewiesen wurden, die hinsichtlich Lage und Verkehr-sanbindung die gleichen Vorzüge aufweisen, wie das ins Auge gefasste Waldgrundstück.

 

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Gemeinde Weßling dem unter Ziffer 3 genannten Anspruch : „Die Auswirkungen auf Natur und Landschaft sollen weitestgehend vermieden bzw. minimiert und entsprechend ausgeglichen werden.“ nur durch die Wahl eines anderen Grundstückes gerecht werden kann.

 

Wir verweisen hierzu auch auf das sogenannte „Stocket-Urteil“ des Bayerischen Verwal-tungsgerichtshofes, demzufolge das damals im Stocket geplante Gemeindezentrum nicht in dem Waldstück Stocket errichtet werden durfte, weil dafür gleichwertige andere Flächen zur Verfügung standen. Auch für die Errichtung eines Feuerwehrhauses stehen gleichwertige freie Flächen östlich der Argelsrieder Straße zur Verfügung. Das Feuerwehrhaus darf deshalb nicht, wie geplant, in einem Waldstück errichtet werden.

 

Ergänzend zu unserer bisherigen Argumentation merken wir an, dass die vorgesehenen Aus-gleichsflächen als Ausgleich für die beabsichtigte Vernichtung des Waldstückes nicht geeig-net sind.

 

Im Bereich der Ausgleichsfläche 1 besteht Wald, der durch die geplante Baumaßnahme zum „Restwald“ bzw. zum „Waldrest“ degradiert wird. Wie diese Fläche, deren ökologischer Wert durch die beabsichtigte Baumaßnahme erst gemindert wird, durch Aufwertungsmaßnahmen zur Ausgleichsfläche für die schädigende Baumaßnahme werden soll, ist absolut schleierhaft. Eine ordentliche Eingrünung eines Neubaus ist selbstverständlicher Standard, der noch lange nicht zur Entstehung einer Ausgleichsfläche führt.

 

Die Ausgleichsfläche 2 liegt im geologisch bedeutsamen Gletscherabflussbecken, durch das zum Ende der letzten Eiszeit das Schmelzwasser des Gletschers, dem wir die Entstehung der gesamten Weßlinger Moränenlandschaft einschließlich des Weßlinger Sees zu verdanken ha-ben, nach Norden abgelaufen ist.

 

Das als Ausgleichsfläche vorgesehene Grundstück liegt zwischen einem Waldrand der etwa entlang der westlichen Kante dieses Abflussbeckens verläuft und dessen optische Wirkung dadurch verstärkt, und einigen Gehölzinseln in der Mitte dieses Abflussbeckens. Diese Ge-hölze beziehen ihren besonderen ökologischen Wert, aufgrund dessen sie als eingetragene Biotope geschützt sind, gerade aus dem genannten Insel-Charakter. Dieser lässt sie zu will-kommenen Zufluchtstätten des auf den dazwischenliegenden freien Flächen äsenden Wildes und zu Brutstätten und Nahrungsquellen für zahlreiche Singvögel werden. Beides sind Funk-tionen, die beeinträchtigt würden, wenn diese Gehölzinseln durch Aufforstungsmaß- nahmen mit dem bestehenden Wald verbunden würden.

 

Die geplante Aufforstung würde außerdem den derzeit noch gut möglichen freien Blick von Weßling aus entlang der Gletscherabflussrinne in nördlicher Richtung bis zur Autobahn be-einträchtigen. Bei weiteren offensichtlich in diesem Bereich geplanten Aufforstungsmaß- nahmen würde mit dem Gletscherabflussbecken letztendlich eine für Weßling und darüber hinaus bedeutsame geologische Besonderheit unseren Blicken entzogen.

 

Selbstverständlich wäre es begrüßenswert, wenn das als Ausgleichsfläche vorgesehene Grundstück der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung entzogen würde. Eine Aufwertung des Grundstückes kann sinnvoller Weise jedoch nicht in einer Aufforstung der Fläche beste-hen, sondern in einer extensiven Bewirtschaftung als artenreiche Wiese oder Weide. Dabei müsste der Zeitpunkt der ersten Mahd auf einen Termin nicht vor Ende Juli festgelegt werden, damit Wiesenbrüter ungestört ihre Brut aufziehen könnten.

 

Die Aufstellung des Bebauungsplanes „Feuerwehrhaus Gemeinde Weßling“ ist leider wieder einmal ein Beispiel dafür, dass immer noch viel zu oft ohne Sensibilität unsere wertvolle Landschaft verplant wird. Wald kann und darf nicht einfach ohne Zwang zerstört werden! Und schon gar nicht kann er an eine beliebige andere Stelle verpflanzt werden. Hier fehlt er, dort ist er fehl am Platze.

 

Auch aus unserer Sicht ist ein gemeinsames neues Feuerwehrhaus für die Feuerwehren von Weßling und Oberpfaffenhofen an verkehrsgünstiger Stelle durchaus wünschenswert und sinnvoll. Freie Flächen östlich der Argelsrieder Straße entweder nördlich oder südlich der Straße Argelsrieder Feld sind hierfür vorstellbar. Das als Bauplatz vorgesehene Waldstück, dessen südlicher Waldsaum ein geschütztes Biotop darstellt, ist als Standort für dieses Feuer-wehrhaus für den BN unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes aber nicht diskutabel.