10.12.2006 Schloß Seefeld Abholzung Schluchtwald

Gem. Seefeld/ Obb.; Schloß Seefeld Biotop 7933/ 231

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

in der Woche vom 24.- 30.11.06 wurde an dem NW- Hangfuß des Schloß

Seefeld durch das Graf zu Toerring´sche Rentamt eine großflächige (ca. 1 ha)

umfassende Baumrodung durchgeführt. Es handelt sich ausschließlich um

Edel- Laubhölzer, teilweise im beträchtlichen Umfang (geschätztes Alter:

100 – 150 Jahre). Nach Auskunft Ihrer Behörde lag weder bei Ihnen noch beim Landratsamt Starnberg ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung nach Art. 13(2) des Bayer. NatSchG vor.

Das Gebiet ist lt. Biotop- Kartierung mit „Schluchtwald“ gekennzeichnet und

unter der Nr. 7933/ 231 dokumentiert. Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Starnberg hat den Vorgang am 04.12.06 der zuständigen Polizei Herrsching und am 05.12.06 Ihrer Behörde (Fr. Madeker) tel. zur Kenntnis gebracht. Nach der Auffassung des Bundes Naturschutz stellt die geschilderte Maßnahme einen Verstoß gegen das Bayer. Naturschutzgesetz, Art 13 d(1) dar.

Zur Beurteilung der 13d(1) Fläche:

Nach Augenschein handelt es sich, was die Baumartenzusammensetzung betrifft, um eine lupenreine 13d(1) Fläche: Bergahorn, Bergulme, Esche und Eiche (Keine Buche, Tanne, Fichte), die Krautschicht ist großflächig von Hedera bewachsen.

 

Wir bitten Ihre Behörde, den Schutzstatus „Schluchtwald“ nach Art 13d(1) vor Ort nachzuprüfen, bzw. durch eine Pflanzenaufnahme über einen externen Gutachter nachprüfen zu lassen und bei Bestätigung im Rahmen der polizeilichen Vorermittlungen zu dokumentieren. Eine Beurteilung nach Aktenlage erscheint uns nicht ausreichend!

 

 

Seite 2 zum Schreiben Gem. Seefeld/ Obb.; Schloß Seefeld Biotop 7933/ 231

 

 

 

Der Bund Naturschutz wird in Verfolgung seiner Vereinsziele einer Zerstörung wertvoller Relikt- Biotope, für die dieser mesotrophe Schluchtwald einer der wenigen herausragenden Standorte im Landkreis Starnberg darstellt, nicht zulassen. Zwar ist uns bewußt, daß der ursprüngliche Zustand nicht mehr hergestellt werden kann, wir fordern jedoch eine Ersatzmaßnahme mit Aufforstung entsprechender Baumarten in ausreichender Größe. Für dieses Ansinnen bitten wir um Unterstützung Ihrer Behörde in Rahmen der gesetzlichen Spielräume.

Wir teilen außerdem mit, daß der Bund Naturschutz bei der Polizei Herrsching gegen den Verursacher eine Ermittlung wegen Verstoß gegen das BayNatSchG anstrengt.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Bund Naturschutz Kreisgruppe Starnberg

i.A.