Bebauungsplan "Photovoltaikanlage Höhenrainer Wiesen I“, Gemeinde Seefeld, Gemarkung Unering

Beteiligung nach §4 Abs. 1 BauGB

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

Wir bedanken uns für die Beteiligung an o. g. Bebauungsplanverfahren.

 

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V., vertreten durch die Kreisgruppe Starnberg, äußert sich zum o. g. Verfahren wie folgt:

 

Wir begrüßen grundsätzlich die Erzeugung von Strom durch alternative Metho-den wie die Photovoltaik.

PV-Anlagen in der freien Landschaft, auch wenn sie mit Hecken abgeschirmt werden, stellen jedoch nicht die erstrebenswerte Form einer zukünftigen Ener-gieerzeugung dar. Erst wenn alle anderen Möglichkeiten für PV-Anlagen ausge-schöpft sind, sind solche Anlagen auf der Fläche und auch dann nur unter be-stimmten Voraussetzungen zu akzeptieren. In diesem Fall ist nicht zu verstehen, warum der Investor nicht an dem Standort „Kiesgrube Unering“ festgehalten hat, nachdem sich die Bürgerproteste eindeutig gegen die Biogasanlage, nicht aber gegen eine PV-Anlage gerichtet hatten. Das wäre eine, auch nach dem EEG ge-eignete Konversionsfläche gewesen.

Wir sehen insbesondere die Herausnahme von Flächen aus der landwirtschaftli-chen Nutzung als problematisch an, sowie die Störung des Landschaftsbildes durch die wie eine „Zersiedlung“ wirkende flächige Bebauung.

Zudem ist die Anlage mit 3,50 m sehr hoch, was sich wiederum negativ auf das Landschaftsbild auswirkt und zu einer starken Beschattung des Bodens führt. Wir halten es deshalb für erforderlich, die Höhe auf 2,50 m zu begrenzen.

Andernfalls fordern wir wegen der durch die Höhe bedingten stärkeren Verände-rung des Landschaftsbildes und der starken Bodenbeschattung einen Aus-gleichsfaktor von 0,5.

Es muss sichergestellt werden, dass nach Nutzungsaufgabe der Bebauungsplan wieder von „Sondergebiet“ in „landwirtschaftliche Fläche“ geändert wird.

 

Als positiv sehen wir folgende Festsetzungen an:

 

1. Die Randeingrünung durch eine Sichtschutzhecke mit heimischen Pflanzen gem. den Festsetzungen zur Grünordnung Punkte 6.3 und 6.4 verhindert nicht nur großteils die von der Anlage ausgehenden optischen Störungen sondern schafft auch ein Sekundär-Biotop. Hecken sind in unserer heutigen ausgeräumten Landschaft ein seltenes, gleichwohl notwendiges Element für Tiere und Pflanzen.

2. Durch die Umwandlung des bisher intensiv genutzten Maisackers in exten-sives Grünland wird nicht nur die auf S. 11 der Begründung beschriebene Regenation- und Pufferfähigkeit des Bodens erhöht sondern es wird mit der Weidenutzung auch eine der hiesigen Landschaft entsprechende Bewirt-schaftungsform gewählt. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf die heimische Fauna und Flora.

3. Die positive Wirkung auf das in Aufstellung befindliche Wasserschutzgebiet. Die Qualitätsverbesserung des Grundwassers und damit einhergehend die Gewinnung von saubererem Trinkwasser kann nicht stark genug hervorge-hoben werden. Deshalb schlagen wir auch eine Optimierung für die Dün-gung entsprechend der Regelungen in der Gemeinde Gilching vor, um jede Beeinträchtigung der Trinkwassergewinnung zu vermeiden.

 

Die geplante Massnahme sehen wir nur als Ausnahme an, weil sie trotz der o. g. positiven Aspekte nur ein Einzelfall bleiben sollte.

 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Günter Schorn

Kreisvorsitzender