15.08.2006 Umbau des Bahnübergangs in Bahn-km 31,50

Verbandsbeteiligung nach § 60 BNatSchG zur Planfeststellung nach § 18 Abs. 1 Allg. Eisenbahngesetz (AEG); ESTW München Südwest; Umbau des Bahnübergangs in Bahn-km 31,50 der Strecke 5504 München Hbf – Mittenwald (Bahnübergang Niederpöcking)

 

Gz. 31.2-3532.1-565

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Namen des Landesverbandes, bei dem das o. g. Verfahren am 05.07.2006 einging, geben wir folgende Stellungnahme gem. § 60 BNatSchG ab:

 

Grundsätzlich wird hinsichtlich des Gesamtvorhabens bezweifelt, ob im Zusammenhang mit der Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik aufwendige Straßenbaumaßnahmen mit entsprechendem Flächenverlusten an wertvollen Landschaftsbestandteilen erforderlich sind.

 

Ursache für die Neutrassierung des Forstweges ist die gegenwärtig mangelhafte Befahrbarkeit im Begegnungsverkehr mit einem Bemessungsfahrzeug von max. 10 m Länge. Eine Befahrbarkeit mit Langholz-Lkw (21 m Transportlänge) wird auch in Zukunft ausgeschlossen.

 

 

Für die forsttechnische Erschließung der Waldkomplexe südlich und nördlich der Bahnlinie ist der Bahnübergang jedoch ohne Bedeutung.

Beide Waldkomplexe sind durch lkw-fahrbare Straßen bereits jetzt ausreichend erschlossen und verfügen über angemessene Anbindungen an das öffentliche Straßennetz. Eine Querung der Bahnlinie ist demzufolge in keinem Fall zwingend erforderlich. Nachdem auch in Zukunft nur max. Transportlängen von 10 m erreicht werden, ist eine tatsächliche Verbesserung der gesamten Erschließungssituation nicht erkennbar.

 

Die Neutrassierung führt folglich

 mit hohem Kostenaufwand

 ohne erschließungstechnische Vorteile

 ohne Ausgleichsmöglichkeit durch Ersatzaufforstungen

zu erheblichen und unangemessenen Eingriffen in wertvolle naturnahe Mischbestandsstrukturen. Vor diesem Hintergrund ist der BN überzeugt, dass auf die Straßenbaumaßnahmen zu verzichten ist und der geringere bedarfsgerechte Ausbaustandard beibehalten werden sollte.

 

Die Bestands- und Konfliktanalysen sind aus BN-Sicht zutreffend. Sofern auf eine Neutrassierung nicht verzichtet würde, wird der vorgeschlagene Ausgleichsmodus unterstützt.

 

Pöcking, 06.08.2006

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez.

W. Seerieder Dr. Volker Haas

Kreisgeschäftsführer

Weßling, 15. Aug. 2006