26.09.2005 Bebauungsplan Garatshausen Süd

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats!

 

Wir danken dafür, dass Sie uns den Bebauungsplan Nr. 47 "Garatshausen Süd“ zugeleitet haben.

 

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V., vertreten durch die Kreisgruppe Starnberg, nimmt zum o. g. Verfahren wie folgt Stellung:

 

1. Die Planung auf Fläche Fl.-Nr. 1099 wurde nicht aus dem Flächennutzungs-plan entwickelt, in dem die Fläche als Wald dargestellt ist.

 

2. Bei Fl.-Nr. 1099 liegt eine Fläche nach Art. 2, Abs. 1 + 2 des Waldgesetzes für Bayern vor. Dabei ist es nach dem Waldgesetz unerheblich, ob die Fläche derzeit mit Wald bestockt ist. Lt. Begründung zum Vorentwurf des Bebau-ungsplanes (S. 2) sind noch Reste des früheren Baumbestandes vorhanden. Eine gültige Rodungserlaubnis nach Art. 9 Waldgesetz liegt offensichtlich nicht vor.

 

3. Zudem liegt für die Waldfläche auf Fl.-Nr. 1099 keine Ermittlung für eine Ausgleichsfläche vor. Eine vereinfachte Vorgehensweise nach Checkliste „Die Eingriffsregelung in der Bebauungsplanung“, wie auf Seite 13 vorge-nommen, ist nicht möglich, da die Frage nach der Betroffenheit von Waldflä-chen fehlerhaft vorgenommen wurde.

 

4. Zur Gefahrenabwehr sollten alle Baukörper mindestens ein bis zwei Baum-höhen vom Waldrand entfernt stehen, ansonsten könnten auf die Gemeinde Haftungsansprüche zukommen. Die Kartierung der Vegetationsstrukturen bezeichnet den Wald unter Punkt 7 als „ostexponierte steile Hangkante mit geschlossenem Waldbestand (Buchenhangwald)“, so dass von einer nicht unerheblichen Gefährdung der angrenzenden Bereiche durch Windwurf aus-gegangen werden kann. Wir verweisen auf den Vergleichsfall im Neubauge-biet Kirchlehel in Traubing, Gemeinde Tutzing.

 

 

Sonstige fachliche Informationen:

 

1. Um die Grünordnung nach Art. 3 BayNatSchG tatsächlich in den Bebau-ungsplan zu integrieren, schlagen wir vor die „HINWEISE B3 Grünordnung“ nicht unter „HINWEISE“ sondern unter „FESTSETZUNGEN“ aufzunehmen.

 

2. Zum Schutze des vorhandenen Baumbestandes sollte die Einhaltung und Beachtung der DIN 18.920 (Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen) in die Festsetzungen zur Grünord-nung aufgenommen werden.

 

3. Um eine ausreichende Begrünung der Freiflächen zu sichern, sollte die Bo-denüberdeckung über Tiefgaragen mit mindestens 60 cm festgesetzt werden.

 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Günter Schorn

Kreisvorsitzender