09.11.2005 Bebauungsplan östlich der Traubinger Straße

Bebauungsplan Nr. 29 "Östlich der Traubinger Straße (St 2067) im Gemeindeteil Machtlfing“

Beteiligung nach §3 Abs.1 BauGB i.V. m. §4 Abs.1 BauGB

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

Wir danken dafür, dass Sie uns den Bebauungsplan Nr. 29 "Östlich der Traubinger Straße (St 2067) im Gemeindeteil Machtlfing“ zugeleitet haben.

 

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V., vertreten durch die Kreisgruppe Starnberg, nimmt zum o. g. Verfahren wie folgt Stellung.

 

1. In der Begründung zum Bebauungsplan ist unter Punkt 2 Örtliche Planungen - 2.1 Flächennutzungsplan ein Planungshindernis enthalten: die beplante Fläche ist als „Grünfläche und landwirtschaftliche Nutzfläche“ ausgewiesen. Dies muss geändert werden, weil sonst die Weiterverfolgung des Bebauungs-plans nicht möglich ist.

 

2. Zum Punkt 3 - 3.1 Verkehr und Punkt 6 Verkehrskonzept ist folgendes festzustellen:

Wenn die Architektin schreibt, dass das Planungsgebiet über die Staatsstraße erschlossen sei, so trifft das nicht zu. Die Staatsstraße verläuft unterhalb einer steilen, mindestens drei Meter hohen Hangkante. Eine Erschließung müsste erst durch erhebliche Abtragungen des oberen Teils der genannten prägenden Anhöhe geschaffen werden. Aus Sicherheitsgründen (scharfe Straßenkurve) müsste diese Abtragung zusätzlich bereits weit vor der eigentlich zu schaffen-den Einfahrt geschehen, um die gebogene Straßenführung zu entschärfen.

Die typische, noch weitgehend ursprüngliche Ortseinfahrt, die außerdem erheblich zu einer Geschwindigkeitsminderung beiträgt, würde sich wesentlich verändern, ohne dass sich die Gefahren, die durch eine Ein- und Ausfahrt an dieser sensiblen Stelle entstehen, verhindern lassen.

Wir weisen darüber hinaus auf winterliche Verhältnisse hin, mit den damit einhergehenden Problemen einer sehr steilen Ausfahrt unmittelbar auf eine Staatsstraße. Ebenso sehen wir große Behinderungen bei der Schneeräu-mung. Besonders ungünstig wirkt sich aus, dass es auf dieser Straßenseite keinen unmittelbar weiterführenden Fußweg gibt. Eine Überquerung an der geschilderten unübersichtlichen Stellestellt eine unnötige Gefährdung der Fußgänger dar.

Außerdem können die unter 7.2 genannten Auswaschungen am besten verhindert werden, wenn die Anbindung der beiden Häuser über die Südseite erfolgt.

 

3. Zum Punkt 5. Entwurf - 5.1 Städtebau

Das zur Bebauung vorgesehene Gelände befindet sich auf einer das Ortsbild in typischer Weise prägenden markanten Anhöhe. Die Einsehbarkeit des Gelän-des verstärkt sich mit zunehmender Entfernung, so dass eine Bebauung dort oben grundsätzlich das noch weitgehend unverfälschte Ortsbild verändern wird. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass sich am östlichen Ortsrand zahlreiche Angebote von Fremdenzimmern befinden. Die geplante Baumaßnahme stellt eine Ausweitung des Ortes nach Südosten dar und ist damit eine latente Gefahr für weitere Bauwünsche und Gesuche auf Ortsab-rundung.

Eine, wie die Planverfasserin im Umweltbericht 1.1.selbst schreibt „uner-wünschte Fernwirkung der Gebäude“ ist auf Grund der exponierten Lage auch mit niedrig gehaltener Bebauung nicht zu erreichen.

Von einer „Integration der neuen Gebäude in den Bestand und die Ortsrand-lage“ kann also nicht die Rede sein. Die von der Architektin vorgeschlagene Zurücksetzung der Gebäude nach Norden und Westen ist bei weitem nicht ausreichend, da deren Ostgiebel bis knapp an die „prägende Geländekante“ selbst gehen würden. Diese Geländekante verstärkt zusätzlich optisch erhöhend die Wirkung der beiden Giebel.

Vielmehr wird hier ein völlig neues, unpassendes und deshalb störendes Element vor das Ortsbild gesetzt, das sich auch durch die Obstwiesen nicht verschleiern lässt, weil diese wesentlich tiefer angelegt werden. Die ange-sprochene „Durchgrünung des Planungsgebietes“ wird daran nichts ändern, da diese sich bekanntlich nur sechs Monate im Jahr bemerkbar machen kann.

 

4. Im Falle einer unumgänglichen Bebauung der Anhöhe schlagen wir deshalb eine andere Positionierung der Wohnbebauung vor. Eine Nord-Süd-Ausrich-tung nahe an der westlichen Grundstücksgrenze mit entsprechender Nord-Süd-Giebelausrichtung könnte der exponierten Lage eher gerecht werden. Die Häuser würden in ihrer Gesamtheit nicht so dominant den Ortsrand prägen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Günter Schorn

Kreisvorsitzender