Das Drüsige Springkraut

Das Drüsige Springkraut (Balsaminaceae: Impatiens glandulifera) ist eine Pflanze aus der Familie Balsaminengewächse, deren Blüten weiß, rosarot oder kräftig violett gefärbt sind – wobei sich die Blütezeit von Juni bis Oktober erstreckt. Der Nektar ist sehr zuckerhaltig und deshalb für Insekten besonders attraktiv.

Die Pflanzen erreichen eine Wuchshöhe von bis zu zwei Meter. Die für die Gattung Impatiens typischen Kapseln werden beim Drüsigen Springkraut drei bis fünf Zentimeter lang, springen bei Berührung auf und schleudern die Samen bis zu sieben Meter weit. Die Samenproduktion kann 4.000 Samen pro Pflanze übersteigen. Somit ist es denkbar, dass in Reinbeständen 32.000 Samen pro Quadratmeter gebildet werden.

In fließendem Wasser ist eine Fernausbreitung über große Distanzen möglich, bedeutend sind aber auch anthropogene Samentransporte mit Bodenmaterial. Von der Keimung bis zur Blüte benötigt diese Art etwa 13 Wochen, die Keimrate liegt bei 80%. In Europa ist die Pflanze dürre- und frostempfindlich.

Heimat und Historie: Das Drüsige Springkraut stammt aus dem westlichen Himalaya, wo es in Höhen von 1600 bis 3200 m über NN vorkommt. 1839 wurde die Art als Gartenpflanze nach England geholt und gelangte wenig später in viele europäische Gärten. Imker haben aktiv zur Ausbreitung beigetragen (Trachtpflanze für Bienen).

Bereits 1904 gab es in der Schweiz Berichte über Verwilderungen; von dort ausgehend erfolgte die Besiedlung wahrscheinlich rheinabwärts nach Baden-Württemberg. Kurze Zeit später trat das Drüsige Springkraut auch außerhalb des Rheintals auf und wurde zusätzlich durch Imker ausgesät.

Probleme und Maßnahmen: Das Drüsige Springkraut bildet hierzulande auffällige Dominanzbestände, die jedoch weniger andere Pflanzenarten verdrängen als vielmehr zu einer Änderung der Dominanzverhältnisse in einem bestimmten Gebiet führen. Dabei entstehen die Dominanzbestände vor allem an gestörten Stellen, die vorher vegetationsfrei waren oder in ausdauernder Vegetation.

Impatiens glandulifera verträgt Schatten nur begrenzt und dringt deswegen nur in lichte Wälder ein. Manchmal wird angenommen, die Art würde ausdauernde Uferpflanzen zurückdrängen und dadurch die Erosion an Fließgewässern erhöhen. Dies ist jedoch fraglich, da die einjährige Art eher offene, durch Substratumlagerungen in der Aue entstandene Standorte besiedelt oder sich in ausdauernde Vegetation einfügt.

In bereits vom Drüsigen Springkraut besiedelten Gebieten ist eine Ausrottung wohl kaum zu erreichen. Oberstes Ziel muss es daher sein, die Bildung und Ausbreitung der Samen zu verhindern. Der beste Zeitpunkt dafür ist beim Auftreten der ersten Blüten, also meist im Monat Juli.

Text und Photos von Diplom-Biologe Michael J. Stiegler,
BN-Ortsgruppe Berg, Telefon (08151) 3249

 

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Lesenswerte Informationen (extern):

Neophyten und Naturschutz (Quelle: Bundesamt für Naturschutz)