Die Kanadische Goldrute

Die Kanadische Goldrute (Asteraceae: Solidago canadensis) ist eine gelblich blühende Pflanze aus der Familie Korbblütler und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Diese Art stellt in Deutschland eine problematische, invasive Pflanzenart dar, da sie artenarme Dominanzbestände bildet, ganze Ökosysteme in der Zusammensetzung verändert und seltene, einheimische Pflanzenarten aus dem gleichen Lebensraum verdrängt.



Vorsicht! In Deutschland ist die Kanadische Goldrute ein sehr ernst zu nehmendes Problem! Niemand sollte diese Pflanze in ihrer Ausbreitung auf irgend eine Art und Weise unterstützen oder gar in ein Gebiet importieren!

In ihrer Heimat stellt diese Art eine wichtige Nektarquelle für Insekten dar. Daher wird sie in Mitteleuropa von Imkern als Trachtpflanze geschätzt und vermehrt, weil sich die Menschen einen Vorteil daraus versprechen. Zudem verbreitet der Mensch die Kanadische Goldrute hierzulande aktiv, da sie ein beliebter Spätblüher ist (Zierpflanze).

Die Kanadische Goldrute wächst besonders schnell und wird rasch dominant. Durch klonales Wachstum bildet sie unterirdische Ausläufer, die durchaus zwischen zwei und zehn Metern Länge erreichen können, um so in Bereiche mit besseren Wachstumsbedingungen vorzudringen. Dies macht Bekämpfungsmaßnahmen einigermaßen problematisch, da Teile der Ausläufer leicht zu übersehen sind, wodurch die Kanadische Goldrute eine weitere Chance erhält. Einmal in ein Gebiet eingedrungen ist diese Pflanze nur schwer wieder zu beseitigen!

Diese Art hat in ihrer Heimat Nordamerika etwa 250 natürliche Freßfeinde (vor allem phytophage Insekten), die sich von den Wurzeln, Blättern und Stängeln ernähren. Fern ihrer Heimat hat die Goldrute in Deutschland keine nennenswerten Feinde und wird daher auch nicht auf natürliche Weise von einheimischen Tierarten im Wachstum reguliert. Hinzu kommt, dass ein einziger Goldrutenstängel bis zu 19.000 Samen produziert, womit eine Vermehrung und Verbreitung in einem bestimmten Gebiet erzielt wird.

Text und Photo von Diplom-Biologe Michael J. Stiegler,
BN-Ortsgruppe Berg, Telefon (08151) 3249

 

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