Umgehungsstraßen

Der Bund Naturschutz in Bayern erteilt neuem Straßenbau eine klare Absage, denn wir haben in Bayern ein sehr gut ausgebautes Straßennetz. Immer öfter wird der immense Erhaltungsaufwand beklagt. Eine der letzten Meldungen in den Zeitungen war, dass jede vierte Brücke in Bayern saniert werden muss. Der Plan für die Verlegung der Staatsstraße 2067 von Innings Zentrum ins äußere Dorf sieht schon wieder zwei neue aufwendige Brückenbauwerke vor. Statt neue Straßen zu bauen fordert der Bund Naturschutz eine intelligente Verkehrsplanung, die nicht nur das Auto fördert.

 

In Inning ist eine solche Planung gerade in Arbeit, die aber leider durch das Bürgerbegehren unterbrochen wurde. Der Vorstand der Ortsgruppe Inning ruft daher zu einem »Nein!« bei der Abstimmung am 31. Januar 2016 auf, damit die Arbeit des Verkehrsgutachters fortgesetzt werden kann.

 

Sowohl die Ortsgruppe Inning als auch die Kreisgruppe Starnberg sind in Sorge wegen des rasant wachsenden Flächenverbrauchs in unserem Landkreis. So gibt es nach dem Bau der Umgehungsstraße Oberbrunn/Unterbrunn noch vier weitere Projekte mit Umgehungsstraßen in gemeindlicher Sonderbaulast im Norden des Landkreises.

 

Durch das Instrument »gemeindliche Sonderbaulast« kann der Straßenbau noch regional unkoordinierter erfolgen. So war der BN gegen die Weßlinger Umfahrung und das nicht, weil man den Anwohnern keine Verkehrsentlastung gönnen würde, sondern weil der BN an diese Entlastung nicht in dem Maße glaubte, dass sie die Zerschneidung und erhebliche Zerstörung wertvoller Natur- und Naherholungslandschaft gerechtfertigt hätte. Nun aber, da sie gebaut wird, sollten wir die Auswirkungen der Weßlinger Umfahrung auf die Verkehrsströme (etwa den sommerlichen Naherholungsverkehr zu den Seen) abwarten, bevor in Inning schon wieder eine Straße gebaut wird.

08.01.2016